Mama sein...

Im Idealfall stehen die Kinder morgens überwiegend selbständig auf, putzen sich die Zähne, waschen sich, kämmen ihre Haare und frühstücken flink. Dann kommen sie blitzsauber ohne zu bummeln im Kindergarten oder in der Schule an, benehmen sich dort vorbildlich. Lernen das Bestmögliche, schreiben natürlich nur Einsen... kommen pünktlich nach Hause , räumen ihr Zimmer auf und machen Hausaufgaben. Nach dem Abendbrot gehen sie überwiegend selbständig ins Bett.

So in etwa könnte der Idealfall aussehen...

Aber möchte ich das?

Bei uns können die Tage manchmal chaotisch aussehen, vor allem wenn ich mit den kleinen Mäusen alleine bin, weil Mike noch arbeitet. Ich das Gefühl habe, tausend Arme müsste man haben um so viel effektiver zu sein und allen Bedürfnissen der Kinder gerecht werden zu können.

Ein kleiner Einblick in unseren heutigen Abend:

- gegen 17.15Uhr habe ich die Badewanne fertig gemacht und die beiden Kleinen gebadet, Rosalie war ganz niedlich. sie hatte sich über ihr Lavendelbad gefreut und war dementsprechend fix in der Wanne, ihre Sachen hatte sie schön auf einen Haufen gelegt( saubere und schmutzig gemeinsam) . Ich hab nebenbei die Babymaus ausgezogen, was eher etwas von Schlange bändigen hatte. Gerade als ich schimpfen wollte, dass die Sachen nicht alle auf einen Haufen gehören, sah ich ihr glückliches Gesicht, weil sie sich über ihr lila Badewasser freute, da hab ich dann nicht mehr geschimpft.

 

Schnell die Babymaus mit ins Wasser gesteckt, sie war schon am krietschen und zappeln... Die beiden in der Wanne sind ein echtes Highlight ;) Dann als erstes die Babymaus abgetrocknet schön eingecremt und Schlafi angezogen...

"Aber mich holst du dann auch schön aus der Wanne nicht Mami?" fragt Rosalie, ich hab es ihr natürlich versprochen, "ich mach nur schnell Abendbrot", "aber komm nicht so schnell, ich möchte noch ein bisschen spielen..."

Genau mitten beim Abendbrot machen rief meine Mama an, wollte noch kurz etwas abklären und just in diesem Moment bekam die Babymaus einen Mordshunger und quengelte... Also Telefonat beendet, erst mal versucht das Baby zu füttern, die alles essen wollte nur nicht das wovon sie satt wird und was ich ihr angeboten hatte :( das war voll frustrierend und mein Stresspegel stieg natürlich...

 

Genau da rief Rosalie, ob ich sie aus der Wanne holen kann, ich ihr gesagt, dass ich das nicht kann, ob sie alleine rauskommen könnte? Rosalie "Mach ich, aber kannst du mir wenigstens die Haare abtrocknen?" Ich hab es ihr wieder versprochen, als ich dann mit Babyfüttern fertig war bin ich schnell ins Bad geflitzt und wollte die Haare abrubbeln... Rosalie sagte mir dann, dass sie schon fertig sei und sie sich jetzt eincremt. Und gerade als ich ihr den Rücken eincremen wollte, fing Freja an zu weinen.

Mein schlechtes Gewissen war riesig...

Ich hab ihr den Rücken doch eingecremt und mir die 2min Zeit genommen, ihr Lächeln dafür war unbezahlbar.

Kurz darauf kam unser Papi nach Hause, wir haben noch gemeinsam gegessen... und ich hab Rosalie ins Bett gebracht. Nachdem wir etwas gekuschelt hatten, sagte sie" Weist du Mami, ich hab dich am allermeisten lieb und dann meine Freja, den Papi und die Michi- es ist gar nicht schlimm das Freja, dich manchmal mehr braucht als ich..."

Da hat mich dieser kleine kluge Mensch sprachlos gemacht....

 

Was ich damit sagen will, das Mama sein, Papa sein und Eltern sein uns oft vor immer wieder neue Situationen und schier unlösbare Probleme stellt... Es auch oft nicht planbar ist, wenn man sich auf ein Treffen mit seiner besten Freundin freut und plötzlich sitzt man beim Kinderarzt, weil das Kind fiebert... Und man als Eltern unglaublich oft seine eigenen Bedürfnisse hinten an stellt..

Aber um nichts in der Welt möchte ich dieses wunderbare gemeinsame Gefühl von Liebe und Vertrauen missen...

 

                                                                     Eure Nicole

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